31% für die Grünen, 22 für die NEOS, 20 für die SPÖ.
Weit dahinter die nicht-mehr-Koalitionspartner.

So wird die EU-Wahl diesen Sonntag ziemlich sicher nicht ausgehen. Es ist eine (nicht repräsentative!) Umfrage der App Jodel unter 3.700 Wahlberechtigten in Österreich. Durchschnittsalter: 23 Jahre.

Die Ergebnisse dieser Umfrage und die derzeitige – und vermutlich auch zukünftig nicht allzu andere – Besetzung des Europäischen Parlaments klaffen arg auseinander. Das liegt einerseits an der europäischen Bevölkerungsstruktur. Einerseits. Andererseits aber auch an uns Jungen:
43% der EU-Bürger gingen 2014 zur Wahl – aber nur 28% der unter 25-Jährigen.

„Die Jungen“ nehmen damit geringen Einfluss auf ein Europa, dem sie sich mehr als andere zugehörig fühlen. Das für sie fast schon selbstverständlich ist. Gleichzeitig gesteht man ihnen aber auch wenig Einfluss zu: Von 748 EU-Abgeordneten ist nur einer unter 30 Jahre alt. Das Durchschnittsalter in der EU liegt bei 43,8 Jahren, das im Parlament bei 56. Die österreichischen Kandidaten sind dafür ein Sittenbild: Fünf (mittel-)alte Männer und Claudia Gamon. Sie ist die einzige unter 50, die einzige Frau. Repräsentativ.

Klimaschutz – langsam setzt sich das Verständnis durch, dass das was Wichtiges ist

Dabei brauchen wir Junge: Greta Thunberg und „Fridays for Future“ haben es geschafft, dass zum ersten Mal seit mindestens vier Jahren nicht mehr Flüchtlingskrise und Fremdenfeindlichkeit Wahlkampfthema Nr.1 sind. Stattdessen diskutiert Europa über Umwelt- und Klimaschutz. Ja, die Umsetzung lässt noch deutlich zu wünschen übrig – aber immerhin setzt sich langsam das Verständnis durch, dass das was Wichtiges ist. Klimaschutz, Digitalisierung – die EU muss sich mit Zukunftsthemen beschäftigen. Das können die Nationalstaaten nicht alleine.

Mein Cousin (er ist sechzehn, wählt also heuer zum ersten Mal) ist von den verschiedenen, schwer analysierbaren Parteiprogrammen etwas überfordert. Er hat deshalb darüber nachgedacht, nicht zur Wahl zu gehen – um nur ja keine Partei zu wählen, die er nicht wirklich unterstützt.
Lieber Sebastian, liebe Erstwähler und (dank Dauerwahlkampf eh schon erfahrene) Jungwähler: Gehts wählen. Jetzt nicht egal was, aber fast – solange die Parteien proeuropäisch und keine Klimaleugner sind. Gebt eure Stimme ab, denn statistisch gesehen werden die Älteren es eher nicht in eurem Sinne tun. Aber falls doch, auch an alle anderen: Wählen wir ein Europa, in dem wir noch länger gut leben können. Alle. #gehmawöhn

Ich hab es in diesem Blog schon einmal zitiert, aber weil es so gut ist: Dear young people, "Don't Vote"

In Deutschland rufen Influencer und YouTuber dazu auf, weder CDU/CSU noch SPD zu wählen (und sowieso nicht die AfD) - wegen deren wissenschaftsferner Klimapolitik.